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Ziel: autofreies Krankenhaus-Gelände

Parkhaus der Waldkliniken eingeweiht – Investition ohne Förderung, da Eisenberg keine Pläne für die neuen Wege ins Mühltal vorgelegt hat

Seit einigen Tagen kann das neue Parkhaus an den Waldkliniken Eisenberg bereits benutzt werden. Gestern ist es offiziell eingeweiht worden.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge hat dies der Geschäftsführer des Krankenhause, David Ruben Thies, getan. Das lachende, weil es bisher noch nie ein Parkhaus am Krankenhaus in Eisenberg gegeben hat. Binnen einem Dreivierteljahr sei es von der Baufirma Goldbeck „in einer Hand“ zügig errichtet worden, unterstützt vom Technischen Leiter des Krankenhauses, Roy Pechmann, bedankte sich Thies. Mit einer Betontreppe fing alles an. Sie wurde im August 2017 aufgestellt; dann folgte mit Tempo der Rohbau. Nach nur zehn Monaten Bauzeit ist das neue Parkhaus nun fertig und bietet auf acht Teil-Ebenen 482 Stellplätze für Patienten, Besucher und Mitarbeiter der Waldkliniken.

„Bequem, sicher und schnell. Das sind die drei wichtigsten Argumente für das neue Parkhaus. Viele unserer Besucher sind durch orthopädische Erkrankungen nur eingeschränkt mobil. Der kurze Weg zum Klinikgebäude ist für sie auf jeden Fall eine Erleichterung“, freute sich der Ärztliche Direktor Professor Georg Matziolis. Das neue Parkhaus wurde genau gegenüber dem entstehenden Neubau des Bettenhauses errichtet. Künftig können die Besucher noch einfacher sowohl in die Waldkliniken als auch in die geplante Reha gelangen. 14 Stellplätze sind Behindertenfahrzeugen vorbehalten. Auch einen Personenaufzug gibt es.

„Das Parkhaus fügt sich optimal in die Neugestaltung des Geländes der Waldkliniken und in das umgebende Holzland ein“, hob der Landrat und Aufsichtsratsvorsitzende der Krankenhaus-Gesellschaft, Andreas Heller (CDU), hervor. „Mit der Fassade aus Holzbalken bestimmt der traditionelle Rohstoff der Region das äußere Erscheinungsbild des Hauses und bildet so eine attraktive Verbindung zum umgebenden Wald.“ Die naturnahe Bauweise entspricht dem Gesamtkonzept der Healing Environment, also der „heilenden Umgebung“. Dazu gehört neben der Bauweise auch der Plan, ein autofreies Klinikgelände zu schaffen. Außer der Zufahrt für Krankenwagen, wenigen Kurzzeitstellplätzen an Notaufnahmen, Poliklinik und Apotheke sowie einer Zufahrt mit Wendeschleife für den Linienbus werde es künftig keine Autos mehr im Gelände geben, kündigte Thies an. Im Freigelände soll stattdessen die Parklandschaft ausgeweitet werden.

Umweltfreundlichkeit ist auch im Parkhaus zu finden: Im Erdgeschoss sind sechs Stellplätze speziell für Elektroautos vorgehalten. Diese wurden von den Stadtwerken Eisenberg Energie mit Stromladesäulen ausgestattet. Auch den grünen Strom liefern die Stadtwerke.

Ein weinendes Auge bleibt: Die Investition in das Parkhaus in Höhe von mehr als vier Millionen Euro bezahlt das Krankenhaus allein. „Fünf Jahre meines Lebens habe ich mit dem Wirtschaftsministerium zugebracht, um die Fördermöglichkeiten zu klären“, sagte Thies gestern. Gescheitert sei es letztlich daran, dass es der Vorsitzende des Zweckverbandes Eisenberger Mühltal, der amtierende Eisenberger Bürgermeister Götz Witkop (BDS/FDP), nicht geschafft habe, rechtzeitig einen Antrag mit den notwendigen Unterlagen einzureichen.

Die Zuwegung ins Mühltal sei zwar Bestandteil eines am 12. Juni 2017 formal gestellten Antrags auf Förderung aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ des Zweckverbandes Eisenberger Mühltal gewesen. „Der Förderantrag ist allerdings seit einem Jahr ohne prüffähige Unterlagen beziehungsweise Anlagen.“ Darüber hat auf Zeitungsnachfrage das Thüringer Wirtschaftsministerium informiert. Das Nachreichen prüffähiger Unterlagen solle nun wohl bis Ende August 2018 erfolgen, hieß es aus dem Ministerium. Auch darüber hinaus gebe es aus Sicht des Ministeriums und der Thüringer Aufbaubank aber eine Vielzahl offener inhaltlicher und förderrechtlicher Fragen zu dem Projekt. Diese seien auch Gegenstand eines Gesprächs mit der Stadt am 25. Mai gewesen, hieß es weiter.

Der Thüringer Landtagsabgeordnete Mario Voigt (CDU) ist „stinksauer“. Er habe für das Vorhaben neue Wege im Mühltal die Türen ins Ministerium geöffnet und dann schaffe es Eisenberg nicht, notwendige Pläne vorzulegen, sagte er gegenüber dieser Zeitung am Telefon.