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Waldkliniken Eisenberg

Deutsches Zentrum für Orthopädie

Department Kinderorthopädie

Auch viele Kinder leiden bereits an orthopädischen Erkrankungen. Hauptsächlich geht es bei unseren kleinen Patienten um die Bereiche Hüfte, Füße und Wirbelsäule. 

Hier helfen wir durch gezielte Physiotherapie und den Einsatz orthopädischer Hilfsmittel wie Korsett oder Schienen. Außerdem setzen wir bei Kindern häufig komplexe und individuell angefertigte Hilfsmittel aus unserer Orthopädietechnik ein.

Bei uns sind Ihre Kinder in den besten Händen: unsere kinderorthopädischen Spezialisten verfügen über eine ausgewiesene Expertise und langjährige Erfahrung in diesem Bereich.

Unser Ärzteteam

Keine Ärzte gefunden

Dr. André Sachse

Oberarzt
Kinderorthopädie
036691-81439

Departmentleiter Kinderorthopädie

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Kinderorthopädie, Spezielle orthopädische Chirurgie, Chirotherapie, Akupunktur

Manuela Loos

Facharzt
Kinderorthopädie

Fachärztin für Orthopädie & Unfallchirurgie

Dr. Benjamin Jacob

Assistenzarzt
Kinderorthopädie

Dr. Alexander Pflug

Assistenzarzt
Kinderorthopädie

Morbus Perthes

Morbus Perthes

Der Morbus Perthes ist eine orthopädische Kinderkrankheit, bei der der Hüftkopf zeitweilig nicht oder nur teilweise durchblutet ist. 

Dadurch entsteht eine Nekrose – der Knochen verformt sich, wird aus der Hüftpfanne nach außen gedrückt und verknöchert in dieser Position. Der Hüftkopf wird oval oder völlig zerstört. Die Kinder entwickeln durch die Asymmetrie im Hüftgelenk ein (Schon-)Hinken und leiden meist unter (Knie-)Schmerzen und Bewegungseinschränkungen.

Eine konservative Behandlung ist bei Kindern ab 5 Jahren meist nicht erfolgreich. Deshalb raten unsere Orthopäden zu einer Umstellungsoperation an der Hüfte, die den Hüftkopf tiefer in die Pfanne einstellt (Containment-Therapie). Dadurch formt sich der Hüftkopf im Schutz der Hüftpfanne wie ein Ei im Eierbecher wieder rund aus. 

Die Operation selbst dauert ca. 40 Minuten, nach ca. zwei bis vier Tagen lernen die Kinder mit Unterarmstützen oder Gehbänkchen wieder zu laufen. Die Teilbelastung zur Schonung des Beines wird stufenweise erhöht, je nach Alter des Kindes, bis nach acht bis zehn Wochen zur Vollbelastung übergegangen werden kann. 

Danach können die Kinder alle Alltagstätigkeiten wieder verrichten, auch wenn der Morbus Perthes noch einige Zeit bis zur völligen Ausheilung benötigt. Allgemeiner Schul- oder gar Leistungssport kann allerdings erst nach vollständiger Ausheilung in vollem Umfang wieder betrieben werden.

Aufgrund unserer Erfahrung an mehr als 550 operierten Kindern in den letzten 20 Jahren und einer aufwändigen Nachuntersuchung im Rahmen einer Doktorarbeit konnten wir signifikant nachweisen, dass die operative Containment-Therapie beim Auftreten des Morbus Perthes dem Risiko einer dauerhaften Hüftgelenksdeformierung mit frühem Verschleiß deutlich überlegen ist.

Skoliose

Skoliose

Der Begriff Skoliose bezeichnet eine Fehlstellung der Wirbelsäule. Dabei biegt sich die Wirbelsäule zur Seite, die einzelnen Wirbelkörper sind verdreht. 

Diese Deformation entwickelt sich vor allem bei Jugendlichen: Mädchen sind vier Mal so häufig davon betroffen wie Jungen. Je nach Zeitpunkt des Auftretens sprechen Mediziner von einer infantilen (erstes bis drittes Lebensjahr), juvenilen (viertes bis neuntes Lebensjahr) und adoleszenten (zehntes bis 15. Lebensjahr) Skoliose.

Zu Beginn verursacht die Skoliose keine oder nur geringe Schmerzen. Später nutzen sich durch die dauerhafte Fehlstellung die Wirbelsäulenknochen ab, so dass im Erwachsenenalter möglicherweise erhebliche Schmerzen auftreten. Außerdem können innere Organe wie Herz, Lunge oder Bauchorgane durch den verringerten Platz geschädigt werden.

Je nach Ausprägung der Skoliose werden physiotherapeutische Maßnahmen und/oder eine Korsetttherapie eingesetzt. Die Erfolgsaussichten sind bei frühzeitiger und optimaler Behandlung und gezielten physiotherapeutischen Maßnahmen sehr gut, so dass eine Operation meist vermieden werden kann.

Schwere Fehlstellungen können oft nur operativ durch eine Korrekturspondylodese geheilt werden, also eine Versteifung der Wirbelkörper, bei der die Wirbelsäule stabilisiert und ihre vollständige Korrektur wiederhergestellt wird.

Klumpfuß

Klumpfuß

Der Klumpfuß ist eine Fehlstellung der Füße, die meist angeboren ist: Dabei sind die Fußsohlen nach innen gedreht. 

Unbehandelt gehen die Kinder im Laufalter dann auf dem Fußaußenrand, bei sehr ausgeprägter Erkrankung sogar auf dem Fußrücken. Durch diese Deformität wird die frühkindliche motorische Entwicklung stark eingeschränkt. Im Alltag der Kinder verkürzt sich die Wegstrecke, sie können nicht Rennen oder Springen und es entwickeln sich Schmerzen.

Orthopäden können den Klumpfuß sehr gut behandeln. Voraussetzung ist, dass er rechtzeitig diagnostiziert wird und die Therapie frühzeitig einsetzt. 

Meist genügt es, dem Säugling in den ersten Tagen nach der Geburt einen Oberschenkel-Fuß-Gipsverband anzulegen, der die Fehlstellung korrigiert. In der Behandlung nach Ponseti wird dieser Gips wöchentlich wiederholt. Nach einer Abfolge von 6-7 Gipsen kann eine Achillessehnenverlängerung (Achillotenotomie) nötig sein. 

Danach erfolgt nochmals eine dreiwöchige Gipsbehandlung und anschließend wird der Fuß in einer beiderseitigen Schiene gehalten. Die Schienenbehandlung muss allerdings jahrelang weitergeführt werden, um einer möglichen Verschlechterung entgegen zu wirken. Nur in seltenen Fällen ist ein komplexer operativer Eingriff erforderlich. 

Knick-Senk-Fuß

Knick-Senk-Fuß

Während der Knick-Senk-Fuß (auch Knick-Platt-Fuß genannt) im Rahmen der kindlichen Entwicklung auftreten kann und später meist wieder verschwindet, kommt es bei einigen wenigen Kindern zur Dekompensation.

Der Grad der Abknickung, besonders der Ferse, nimmt im Wachstumsschub stark zu. Die kleinen Zehen sind an der Außenseite von hinten sichtbar, unterhalb des Innenknöchels bildet sich ein "Doppelknöchel" aus. Es wird der Fuß im Zehenspitzenstand und -gang nur unvollständig oder erst endgradig aufgerichtet. Nach längerem Stehen und Laufen kann es zu Schmerzen kommen.

In der Regel führen konservative Maßnahmen nur manchmal zum Erfolg: Kinder und Jugendliche bewegen sich weniger und führen die angeleitete Fußgymnastik leider häufig nicht ausreichend aus. Außerdem sind Physiotherapien nur in begrenztem Maße in der Lage, die Fehlstellung komplett zu korrigieren. Einlagen allein können das Problem ebenfalls nicht ausreichend lösen. 

Deshalb empfehlen wir, vor allem beim therapieresistenten oder progredienten und schmerzhaften Knick-Senk-Fuß, eine minimal-invasive Korrektur (Arthrorise).

Bei diesem kleinen Eingriff wird eine Titanschraube von der Außenseite des Fußes in den Raum zwischen Fersen- und Sprungbein außerhalb des Gelenkes zur Stabilisierung eingebracht. Dadurch wird das weitere Abknicken des Fersenbeines nach außen verhindert, der Fuß richtet sich auf.

Die Operation führen wir als Wachstumslenkung zwischen dem achten und dem 13. Lebensjahr bei entsprechendem Befund durch. Das Titanmaterial ist biologisch inert und kann nach Wachstumsabschluss problemlos wieder entfernt werden.

Nach dem Eingriff und einer kurzzeitigen Ruhigstellung ist der Fuß sofort voll belastungsfähig. Es wird erwartet, dass die in Fehlstellung stehenden Gelenkflächen durch die Korrektur im weiteren Wachstumsverlauf in die Normalstellung kommen und dadurch der Fuß orthograd bleibt.

Bei den bisher operierten Jugendlichen zeigten sich eine Aufrichtung der Fehlstellung, eine volle Belastungsfähigkeit und eine gute Funktion des Fußes.

Infantile Cerebralparese

Infantile Cerebralparese

Die Infantile Cerebralparese ist eine Erkrankung, die durch eine frühkindliche Hirnschädigung hervorgerufen wird.

Das Kind leidet meist unter Bewegungsstörungen und später unter Fehlstellungen der Knochen und Gelenke. Ohne eine ausreichende Therapie erreicht es deshalb nicht oder nur verzögert die motorischen Meilensteine, die seinem Entwicklungsstand entsprechen. Manche Kinder sind auch schwerbehindert.

Diesen Kindern helfen wir in unserer kinderorthopädischen Sprechstunde: In einer umfassenden Diagnostik werden die Bewegungsstörungen erfasst.

Bei der Behandlung von ICP-Patienten setzen wir auf ein fächerübergreifendes Konzept: Neben Kinderorthopäden und -neurologen und Kinderradiologen sind daran auch Physiotherapeuten, Moto- und Logopäden und Sozialpädagogen beteiligt.

Gemeinsam mit den Eltern entwickeln wir einen Therapieplan, der von Krankengymnastik über neurophysiologische Therapien (Vojta, Bobath, Castillo Morales, Petö …), Schienen- und Orthesenbehandlung, Rollstuhlversorgung, Korsett und GPS-Orthese, Botulinumtoxin und Redressionsgipsbehandlung bis zu operativen Eingriffen (Hüft- u.a. Gelenkrekonstruktionen, Multilevel Muskel- und Sehnen verlängernde Eingriffe einschl. Ulzibat …) reicht.

Ziel der Behandlung ist eine höhere Stufe der motorischen Entwicklung zu erreichen, je höher die potentiellen Möglichkeiten des Kindes sind, um so forcierter muß die konsequente frühzeitige, auch operative Therapie erfolgen.

Schiefhals

Schiefhals

Der Begriff Schiefhals beschreibt die Kombination der inspektorisch erfassten Befunde einer vom normalen abweichenden Kopfstellung und -rotation. Eine Differntialdiagnose entscheidet darüber, ob eine echte Erkrankung vorliegt. Denn Veränderungen der kindlichen Halswirbelregion können durch unterschiedliche Grunderkrankungen entstehen.

Hier führen wir eine biterminale selektive Tenotomien durch. Das heißt, wir suchen die Zügel der Bindegewebsfasern im Muskel auf und durchtrennen diese, um so die Fehlstellung und Fehlrotation zu korrigieren. 

Danach reicht ein Schanzscher Verband, in seltenen Fällen kommt auch eine Schiefhalsorthese, ganz selten ein Diademgips zu Einsatz. Zudem wird ab dem ersten Tag Physiotherapie durchgeführt.

Waldkliniken Eisenberg

Mit Spaß gesund werden

Gerade für Kinder und Jugendliche kann eine gesundheitliche Einschränkung zur Belastung werden. Deshalb setzen wir alles daran, sie spielerisch und kindgerecht von ihren Problemen abzulenken.

Die Kinder sollen vergessen, dass sie aufgrund einer Erkrankung in Behandlung sind. Denn auch Spaß und Freude sind neben der medizinischen Versorgung ein wichtiger Faktor im Heilungsprozess.

Auf unserer kinderorthopädischen Station gibt es daher auch unterschiedliche kindgerechte Therapieangebote, die eine Abwechslung im Klinikalltag bedeuten und zugleich Mobilität und Aktivität fördern. Neben einem Spielzimmer mit einer großen Auswahl an (gespendeten) Spielen, werden dort auch regelmäßig Gartentherapie und gelegentlich Musiktherapie angeboten.

Hippotherapie

Hippotherapie

Bei der Behandlung von Skoliose setzen wir auf ein Angebot, das die Kinder ganz besonders mögen: die Hippotherapie. 

Hier sitzen sie ohne Sattel auf einem Pferd. Die Wärme und die Bewegung des Tieres werden direkt auf das Becken des Kindes übertragen. Die Bewegungen wirken auch die Wirbelsäule.

Die Waldkliniken Eisenberg arbeiten hier schon lange sehr gut mit einem Reiterhof in der näheren Umgebung zusammen, der uns speziell geschulte Pferde und Pferdewirte zur Verfügung stellt. 

Die Kinder vergessen dabei manchmal sogar fast, dass sie wegen ihrer Erkrankung hier sind. Die Pferde wirken beruhigend und die Kinder lieben die Tiere. Die Hippotherapie ist für viele Kinder etwas ganz Besonderes. 

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